Jüngst hat sich die ‚Königin der Kurven‘ in London ein schillerndes Denkmal ihrer schicken Designarchitektur gesetzt, das auf den klangvollen Namen ‚Serpentine Sackler Gallery‘ hört. Die futuristisch anmutende, mit viel Anwenderfleiß aus den Computern gehämmerte Formverliebtheit, die jede Grundgesetzmäßigkeit architektonischer Erfahrung auf den Kopf zu stellen sucht, scheint hier eine neuerliche Hochleistung erreicht zu haben. …
Die unsichtbaren Städte
Phantasivolle Betrachtung der Stadt in der Übersetzung von Burkhart Kroeber neu aufgelegt 1972 erstmals herausgegeben ist Italo Calvinos Buch ‘Le città invisibili’ (Die unsichtbaren Städte) inzwischen neu im Fischer Verlag aufgelegt worden. Bis heute ist der fantastische Dialog Marco Polos mit Kublai Khan eine virtuose Reise in die unsichtbaren Zusammenhänge menschlichen Zusammelebens. Calvino gelingt dabei …
Neue Wege im alten Rom
Nach der Eingliederung Roms in den italienischen Nationalstaat (1871) wurde das in städtebaulichem Sinne noch im Dornröschenschlaf schlummernde Rom erst langsam, dann dafür umso energischer zum Gegenstand tiefgreifender urbaner Modernisierungsprozesse. Die Weltausstellung im Jahre 1911 erschloss den Teil zwischen Tiber und Monte Mario einer ersten bürgerlichen Bebauung in größerem Stil (Prati). Calderinis gewaltiger Justizpalast manifestierte …
Renzo Piano Senator auf Lebenszeit
Staatspräsident Giorgio Napolitano hat am 30. August vier Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewürdigt, indem er sie als Senatoren auf Lebenszeit zu festen Mitgliedern des italienischen Senats berufen hat. Darunter auch der international anerkannte Architekt Renzo Piano. 1937 in Genua geboren, schließt Piano 1964 am Mailänder Polytechnikum sein Architekturstudium ab. Weltweite Bekanntheit erreicht er durch das …
Am Ursprung des Kirchenbaus – eine Skizze
Die Geschichte des Kirchenbaus ist in der Tat sehr eng mit dem Symbol des Fisches verknüpft. Es waren die ersten Gemeinden, die sich, noch auf der Hut vor den römischen Häschern, im Geheimen treffen mussten. Meist waren es die Räume in den privaten Unterkünften der Gläubigen, in denen sich die frühen Christen zusammenfanden. So ist …
Bretterbude mit Kreuz in Braunsbach
Eine Autobahnkapelle ist eine hehre Aufgabe, insbesondere in einer Zeit, da Pfarrkirchen massenweise zu Sporthallen und allerhand anderen profanen Zwecken umgenutzt werden. Die jüngere Architekturgeschichte ist reich an Beispielen, wie etwa Giovanni Micheluccis meisterhafte Autobahnkirche in Campi Bisenzio bei Florenz oder den von grünlich gebrochenem Licht durchfluteten Andachtsraum an der Gotthard-Raststätte. Während beide Bauwerke dem …
Architektur im Zeitalter des Renderings
Grundprinzip der Architektur sind seit Jahrtausenden die Integration von Raum, Funktion, Konstruktion, menschlichem Maß und umgebender Landschaft. Das Fördern der Wahrnehmung, des Erlebens, wie etwa im Gewahrsein der Tages- und Jahreszeiten, der Sinn für Proportionen, ja auch Demut und Respekt sind Werte einer wahrhaften Architektur. Wie kann aber eine Architektur der Prinzipien weitergegeben werden, wenn …
Paving the world – von Menschenhand geschaffen
Selten hat ein Werbespot so suggestiv eine Botschaft vermittelt, die über den bloßen Wert des beworbenen Gegenstandes hinausreicht. Der Schweizer Luxusuhrenhersteller OMEGA verspricht nichts weniger, als das perfekteste mechanische Antriebswerk aller Zeiten. Der kreative, im Frühjahr 2013 erschienene Werbefilm taucht den Zuschauer in eine faszinierende Welt der mechanischen Technologie. Man beginnt seine Reise im Rhythmus …
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Vom Palast der Republik zur Berliner Mauer, das Stutzen deutsch-deutscher Mahnmale bleibt in
Im Umgang mit den Mahnmalen der deutsch-deutschen Geschichte hatte man sich ja schon zu Zeiten des Berliner Stadtschlossdebatte nicht sonderlich sensibel gezeigt. Dass der Palast der Republik einer baulichen Persiflage weichen musste, war schon in den 1990er Jahren Ausdruck eines unreflektierten Umgangs mit dem baulichen Erbe der DDR. Nun, damals gab man einem absurden Bauprojekt …
Eine neue Synthese von Form und Funktion
Ignazio Gardellas Lungensanatorium in Alessandria (1928/33-38) Mit nur 23 Jahren übernimmt der Absolvent des Mailänder Polytechnikums Ignazio Gardella von seinem verstorbenen Vater Arnaldo das Großprojekt für ein Lungensanatorium in Alessandria. Ein Projekt, das im Kontext der faschistischen ‚Hygieneoffensive‘ zur Bekämpfung der in Italien noch weit verbreiteten Tuberkulose steht. Entsprechend der in Handbüchern kodifizierten Gestaltung, ist …
